HowTo: Komplettes Systembackup unter Linux erstellen
Wenn man auf seinem System Dinge tut, bei denen es kritische Probleme geben könnte (z.B. Upgrade auf einen neuen Kernel, Upgrade auf eine neues Release der Distribution oder Ähnliches), ist man gut beraten, vorher ein Backup des Systems zu erstellen, damit man im Ernstfall das System so wie es vorher war wieder herstellen kann.
Es empfiehlt sich sowieso, das ab und zu zur Sicherheit zu tun. Auch wenn man nicht vorhat, systemkritische Operationen durchzuführen.
Unter Windows benötigt man dafür Spezialsoftware. Nicht so unter Linux.
Das liegt daran, dass der Administrator unter Linux (anders als unter Windows) keinerlei Einschränkungen im Zugriff auf das gesamte Dateisystem der Installation unterliegt.
Um ein komplettes Systembackup zu erstellen und später wieder einzuspielen ist deshalb unter Linux nicht mehr als eine einfache Dateioperation nötig.
Ich empfehle euch dringend, das Folgende nicht unter X, sondern in einer Konsole (nicht das Terminal-Fenster unter GNOME, KDE oder whatever) durchzuführen.
Einsteigertipp:
In eine Konsole gelangt ihr vom Desktop aus über die Tastenkombination “STRG + ALT + F1″.
Ihr befindet euch jetzt in einer Text-Konsole (schwarzer Bildschirm mit einer Eingabeaufforderung.
Hier müsst ihr euch zunächst ganz normal mit eurem Benutzernamen und Passwort anmelden.
Eingaben in die Konsole sind im folgenden grün geschrieben.
Natürlich muß man sich zunächst mit Root-Rechten versorgen:
su
(Für Ubuntu-User sudo su)
Jetzt wechselt ihr in das Root-Verzeichnis “/”:
cd /
Einpacken:
Als nächstes werden wir alle Dateien, die in diesem Verzeichnis liegen (also komplett alles auf der gesamten Partition) in ein tar-Archiv kopieren, das wir “backup.tgz” nennen und im Root-Verzeichnis “/” speichern:
tar cvpzf backup.tgz –exclude=/backup.tgz /
Kurze Erläuterung dieses Befehls:
“tar” ist das Packprogramm, denn unsere Backup-Datei soll ja nicht so groß sein, wie das gesamte System, sondern schön klein verpackt.
Die Buchstaben “cvpzf” sind Parameter, die wir dem Programm mitgeben.
Es folgt der Name des Archivs, das angelegt werden soll: “backup.tgz”.
“–exclude=/backup.tgz” bewirkt, dass unsere Backup-Datei nicht auch selbst nochmal mitarchiviert wird (denn sie befindet sich ja nun bereits im Root-Verzeichnis).
Das letzte “/” ist das Verzeichnis, das archiviert werden soll (in unserem Fall das Root-Verzeichnis, also Alles).
So. Jetzt könnt ihr euch erstmal zurücklehnen, denn das Backup wird eine ganze Weile dauern.
Alle Dateien auf der Partition werden jetzt in unsere Backup-Datei gepackt und ihr seht die einzelnen Dateinamen, die gerade eingepackt werden, über den Bildschirm flitzen.
Fertig.
Auspacken:
Wenn jetzt also (wieder Erwarten
) doch mal irgendwas schief gelaufen ist, dann können wir das gesamte System so, wie es zum Zeitpunkt des letzten Backups war (deshalb empfiehlt es sich, regelmäßig Backups anzulegen) wieder herstellen, indem wir die Backup-Datei im Root-Verzeichnis “/” wieder auspacken.
Achtung: Dabei werden alle Dateien auf der Partition überschrieben!
Begebt euch hierfür wieder in eine Kosole und verschafft euch Roor-Rechte, wie oben beschrieben.
Wechselt wieder ins Root-Verzeichnis:
cd /
Jetzt packen wir die Backup-Datei wieder aus und geben als Ziel das Root-Verzeichnis “/” an:
tar xvpfz backup.tgz -C /
Das war’s.
Nach einem Neustart sollte euer altes System wie es zu dem Zeitpunkt war, als das Backup angelegt wurde, wieder hergestellt sein.
17. März 2009 um 23:31
[...] Ich musste mal wieder ein Backup meiner derzeitigen Konfiguration meines Linux Mints erstellen. Dabei hat mir dieser Artikel vom Netzonaut-Blog sehr geholfen: http://www.netzonaut.de/?p=345 [...]
18. März 2009 um 14:17
[...] linuxwiki http://www.netzonaut.de [...]