Netbook Test: Samsung NC10 mit Ubuntu
Nach langer Zeit des Wünschens und Sehnens bin ich jetzt endlich stolzer Besitzer eines Netbooks geworden.
Ich denke die Wartezeit hat sich gelohnt, denn soviel kann ich vorab schon sagen: Der kleine ist einsame Spitze!
Deshalb möchte ich hier meine Erfahrungen mit diesem kleinen Helfer, dem Samsung NC10 mit euch teilen.
1. Lieferumfang
Den Samsung NC10 gibt es in verschiedenen Farben: Weiß (meiner ist so einer), Blau, Schwarz und ich hab es sogar schon in Rosa gesehen.
Das weiße Modell ist nicht so weiß wie z.B. ein MacBook sondern eher perlfarben, was ich persönlich als sehr schön empfinde.
Es kommt in einem Karton, der außer dem Netbook selbst noch den Akku, Garantieheft und Sicherheitshinweise, Ladekabel und eine Stoffhülle enthält, die mir aus wasserabweisendem Material zu sein scheint (hab es nicht ausprobiert).
Es sind auch noch 2 CDs mit dabei: Windows XP und eine mit Samsung Software.
2. Ausstattung
Das NC10 ist 26cm breit, 18,5 cm tief und 3 cm hoch (bei geschlossenem Deckel).
Das Gehäuse hat eine leicht rauhe Oberfläche, was gut ist, denn so hat man nicht immer Fingerabdrücke drauf.
Es ist solide verarbeitet und scheint recht stabil. Die Ecken sind leicht abgerundet.
Das Display ist matt, wodurch man auch bei hellerem Licht sehr gut im Freien damit arbeiten kann.
Es hat eine Auflösung von 1024×600 Pixeln.
Die Tastatur ist mit 90% Tastengröße beinah genauso groß wie bei einem normalen Notebook. Lediglich die Enter- und Shifttasten an den Seiten fallen etwas schmaler aus.
Dadurch lässt es sich mit dem Samsung NC10 prima arbeiten, ohne dass man sich lange an die Tastengröße gewöhnen müsste.
Auch der Anschlag der Tasten ist sehr angenehm.
Innenleben:
CPU: Intel Atom N270 mit 1,6 GHz
RAM: 1GB verbaut (sehr einfach auf 2GB erweiterbar durch eine Klappe auf der Unterseite)
Festplatte: 160GB
Anschlüsse: 3xUSB, Ethernet, Monitor, Kopfhörer, Mikrophon
Laufwerke: All in one cardreader, wie die meisten Netbooks hat der NC10 kein CD/DVD-Laufwerk.
Drahtlos: WLAN-Karte ist natürlich eingebaut. Bluetooth und UMTS sind nicht mit an Bord.
Akku: Bei mir wurde ein 3-Zellen-Akku mitgeliefert (hält 2-3 Stunden). Es gibt aber auch einen Akku mit 6 Zellen, der 7-8 Stunden halten soll.
3. Meine persönlichen Erfahrungen
Ich bekam das Netbook per Post und ich war ganz aufgeregt, weil ich schon ein paar Tage darauf gewartet hatte.
Trotzdem konnte ich mich zusammenreißen und habe nach dem genüsslichen Auspacken und Begutschten erstmal den Akku voll laden Lassen, bevor ich das Gerät zum erstenmal eingeschaltet habe.
Die LED an der Vorderseite geben Aufschluss über den Ladezustand des Akkus. Sie leuchtet rot wenn der Akku geladen wird und wechselt zu grün, wenn er voll ist.
Akku war geladen - los, einschalten!
Den ersten Glücksmoment bescherte mir der Netzschalter - er befindet sich an der Seite des Geräts rechts hinten - indem er blau zu leuchten begann.
Zuerst musste das vorinstallierte Windows XP eingerichtet werden.
Während dieses Vorgangs wird gleich automatisch die Festplatte partitioniert. Voreingestellt sind 2 Partitionen zu je 80GB, man kann das aber im Dialog nach Belieben ändern.
Dieses Feature finde ich echt super, so hab ich wieder Arbeit gespart, weil ich sowieso Ubuntu und XP parallel installieren wollte.
Der ganze Konfigurationsvorgang von Windows ist echt einfach. Da kann man nichts falsch machen.
Es folgte ein kurzer Funktionstest, der rundum positiv ausfiel und eine Anpassung des Windows Desktops an meinen privaten Geschmack.
Installation von Ubuntu:
Anschließend machte ich mich sofort an die Installation von Ubuntu, der Linux Distribution meiner Wahl, die ich täglich zum Arbeiten brauche.
Da das Samsung NC10 nicht über ein CD-Laufwerk verfügt, muss die Installation von Ubuntu vom USB-Stick erfolgen. Das klappt auch super:
Wenn man noch einen weiteren Rechner mit installiertem Ubuntu zur Verfügung hat, ist das prima, denn unter den Systemprogrammen im Menü findet sich ein Tool zur Erstellung von USB Installationsmedien (damit kann man auch eines für Windows erstellen).
Man lädt sich also die aktuelle Ubuntu Version als iso-Datei herunter, wählt diese dann als Quelle in besagtem Programm aus und als Ziel den Stick. Fertig.
Um vom USB-Stick booten zu können, musste ich die Bootreihenfolge im BIOS des NC10 ändern, was ja aber auch kein Problem ist.
Ins BIOS gelangt man durch sofortiges Drücken der F2-Taste direkt nach dem Einschalten.
Nun bootete der Sammy also vom USB-Stick und die Installation verläuft weiterhin genauso wie von einer CD.
Praktisch ist, dass eine zweite Partition bereits bei der Einrichtung von Windows eingerichtet wurde und man also nur noch Partition 2 als Installationsziel auswählen muss.
Der Rest geht quasi von alleine.
Als nun Ubuntu installiert war und ich das erstemal neu startete, war ich ziemlich gespannt, ob zumindest die wichtigsten Sachen auf Anhieb funktionieren würden.
Vieles bekommt man ja mit etwas Gefrickel noch im Nachhinein hin, aber ich mag’s wenn es schnell und reibungslos geht.
Ich muss sagen, ich war begeistert!
Eigentlich Alles einschließlich WLAN und der Funktionstasten (diejenigen, die zusätzlich in blau beschriftet sind und in Verbindung mit der Fn-Taste eine spezielle Funktion haben, wie z.B. lauter/leiser stellen, Bildschirmhelligkeit*, etc.) funktionierte out-of-the-box tadellos.
* User, die bereits auf Ubuntu 9.10 Karmic Koala umgestiegen sind, finden unten in meinem Kommentar vom 10.11. die Lösung ihrer Probleme mit der Bildschirmhelligkeit.
Nur zwei Dinge waren zu beanstanden:
1. Die Funktionstaste zum Abschalten der WLAN-Karte funktioniert nicht.
Ich habe bisher nicht rausgefunden, wie man sie funktionierend macht. Allerdings habe ich auch nicht viel Zeit zur Suche investiert, da mir persönlich das nicht soooo wichtig ist.
2. Bildschirmhelligkeit im Akkubetrieb:
Hier scheinen sich die Energieverwaltung des BIOS und die des Gnome Display Managers in die Quere zu kommen und der Bildschirm wird quasi doppelt abgedunkelt.
Dafür gibt es aber eine einfache Lösung:
Man stellt im BIOS die Bildschirmhelligkeit auf manuell und die Sache ist behoben.
Praktischer Einsatz
Seither benutze ich das Netbook fast täglich zur Arbeit (ich bin freischaffender Programmierer) in der S-Bahn, sonstwo unterwegs und sogar zu Hause.
Ich bin wirklich sehr zufrieden, denn einen großen Laptop nimmt man ja doch eher selten mit (zusätzliche Tasche und Gewicht).
Das Samsung NC10 passt bequem zu den anderen Dingen, die man so braucht in meine normale Umhängetasche, die ich sowieso immer dabei habe.
Mit seinem geringen Gewicht von nur 1kg fällt es auch kaum auf, dass man es einstecken hat.
Man kann auch in einer vollen S-Bahn komfortabel damit arbeiten (wenn man einen Sitzplatz bekommt).
Wie gesagt, durch das matte Display sieht man auch an helleren Tagen sehr gut.
Wie auch schon gesagt, die Tastatur ist super angenehm.
Fazit
Mir ist der kleine schon richtig ans Herz gewachsen und ich gebe ihn nicht mehr her!
Er ist der erste vollwertige Computer, der mich tatsächlich auf Schritt und Tritt begleitet.
Wenn ihr euch also ein Netbook zulegen wollt und evtl. auch neben XP noch ein gescheites Linux darauf installieren möchtet, dann ist das Samsung NC10 ohne Einschränkung wärmstens zu empfehlen.
Ubuntu sowieso. ![]()
Tags: Hardware, Installation, Linux, Ubuntu
03. November 2009 um 21:17
Bei mir funktionieren die Funktionstasten für helligkeit nicht, und im Akkubetrieb ist die Helligkeit die gleiche wei mit Netzteil. Hast du irgendeine Idee?
04. November 2009 um 14:15
Welche Ubuntu-Version nutzt du, Jaunty oder schon Karmic?
Ich habe kürzlich upgegradet, werde später mal testen, ob es bei mir mit Karmic geht.
Funktionieren denn die anderen Funktionstasten bei dir (Akku, Lautstärke, etc.)?
05. November 2009 um 00:40
@Marcel:
Du hast Recht. Mein Test ergab: Unter Karmic Koala funktionieren die Funktionstasten für die Helligkeitsregulierung nicht von Hause aus.
Das liegt an einem neuen Feature, namens KMS (Kernel Mode Setting), das den Kernel befähigt den Grafikmodus automatisch der Situation anzupassen.
Du kannst es ausschalten, indem du in der Datei “/boot/grub/menu.lst” dem ersten Eintrag (oder dem Kernel, den du eben nutzt) als Bootparameter noch ein “nomodeset” hinzufügst.
Danach funktionieren die Funktionstasten zur Helligkeitsregulöierung wieder wunderbar, und wenn du im BIOS die Helligkeit auf “User Control” gestellt hast, wird der Bildschirm auch im Akkubetrieb wieder automatisch abgedunkelt.
Viel Spaß!
10. November 2009 um 08:42
Hier habe ich jetzt eine noch bessere Lösung für alle Karmic Koala User mit dem Samsung NC10:
Fügt das Repository “ppa:voria/ppa” zu den Softwarequellen hinzu.
Jetzt könnt ihr über Synaptic oder apt die Pakete “nc10-backlight”, “nc10-backlight-2.6.31-14″ und “nc10-scripts” installieren.
Nach einem Neustart funktioniert dann nicht nur die Funktionstaste für die Helligkeit, sondern auch alle anderen. Man kann jetzt sogar Wlan ein- und ausschalten!
(Dank an Marcel, der mir diese Möglichkeit per Email zuschickte!)
22. November 2009 um 19:22
… und wer auf das aktuelle BIOS 11CA updated, der kann (allerdings nur bei Karmic) nc10-backlight und nc10-backlight-2.6.31-14 wieder deinstallieren. Die Helligkeitssteuerung klappt jetzt ohne diese Scripts. Scheinbar hat Samsung da was an den Hardwareeinstellungen verbessert.